Diese Schachteln sind wirklich der allerallerletzte Rettungsfallschirm. Dann, wenn gar nichts mehr geht. So wie jetzt. Nach sechswöchiger Sportpause und ebenso langem Dehnen der Gesässmuskulatur. Letzteres natürlich nicht am Stück. Versteht sich.
Alles ist weiterhin diffus: Die Schmerzen – deren Art, die Intensität, die Häufigkeit, die Dauer. Mal da, mal dort. Mal mehr, mal weniger. Beim Laufen, Sitzen, Liegen. Gute Zeiten, schlechte Zeiten.
Jetzt ist buchstäblich genug Wasser den Rhein runtergeflossen. Aus die Maus. Schluss mit lustig. Arzttermin! Und zwar heute. Bei einem der renommiertesten Sportmediziner der Region, der prompt auch keine groben Auffälligkeiten feststellt. Abgesehen von der Kleinigkeit, dass meine Rumpfstabilität noch immer Luft nach oben hat. Viel Luft.
Jahaaaaa … extrem viel Luft.
Nächste Woche wird sicherheitshalber geröntgt. Das Becken, das durch meine Muskulatur so gottsjämmerlich im Stich gelassen wird. Insbesondere auf langen Läufen. Doch schon heute halte ich eine Schachtel in der Hand: Tilur retard. Geöffnet. Denn einen dieser nicht-steroidalen Entzündungshemmer aus der Gruppe der Indolessigsäurederivate habe ich bereits genommen – und setze dabei natürlich auf die Wirkung des Glykolsäure-Esterprodrugs von Indometacin.
Bei den Nebenwirkungen auf der Packungsbeilage fehlt meines Erachtens ein wichtiger Hinweis: «Kann ihre Saison-Laufplanung auf den Kopf stellen!» Denn die Laufschuhe bleiben noch mindestens weitere vierzehn Tage im Schrank: keine Läufe, erst recht keine langen.
Noch einmal ist Geduld gefragt – das war nie meine Stärke. Wie auch die Chemie es nie war.
Indometacin oder Indolessigsäure? Bahnhof! Aber ich weiss beim Betrachten der Tabletten, dass die Farbe Rot unter anderem für Energie, Aktivität, Kraft und Feuer steht, die Farbe Gelb für Sonne, Optimismus, das Lustige und das Vergnügen.
Wenn das kein Anfang ist.






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