Es gibt Zahlen, da fällt selbst das eigentlich zwingend notwendige Kopfschütteln als Reaktion schwer – und es bleibt nur noch der Mund fassungslos offen. Die Eckdaten des Appalachian Trail sind ein Beispiel dafür: 2180 Meilen, also knapp 3500 Kilometer. Und als ob dies nicht schon genug wäre, warten zwischen Springer Mountain (Georgia) und Mount Katahdin (Maine) schier unvorstellbare 150’000 Höhenmeter.
Diesen Fernwanderweg, der 14 US-Bundesstaaten und eines der ältesten Gebirge der Welt durchquert, kann man natürlich in homöopathischen Dosen etappenweise aufteilen und geniessen – oder, wie dies laut Dokumentation auf der Trail-Homepage schon rund 15’500 Verrückte getan haben sollen, an einem Stück zurücklegen. Wie der US-Ultratrailläufer Scott Jurek, der kürzlich nach 46 Tagen, acht Stunden und sieben Minuten ins Ziel kam. Rekord. Kein Herzschlagfinale, nein, drei Stunden schneller als die bisherige Rekordhalterin Jennifer Pharr Davis im Jahr 2011.

Pro Tag hat Jurek im Schnitt 80 Kilometer zurückgelegt. Starkregen und Temperaturen von 40 Grad seien immer wieder Begleiter auf der Tortur gewesen.
Und anschliessend? Ein zünftiges Fest mit einem saftigem T-Bone-Steak vom Grill? Fehlanzeige. Jurek ist Veganer. In seinem Buch «Eat and run» erklärt er, wie aussergewöhnliche Leistungen mit reiner Pflanzenkost möglich sind. Zumindest punkto Speiseplan gelingt es mir dann doch noch: das Kopfschütteln.
«Wer Visionen hat, sollte lieber gleich zum Arzt gehen»
Getreu der Aussage des deutschen Altbundeskanzlers Helmut Schmidt werden in der Rubrik «Vision» in loser Folge etwas andere Laufveranstaltungen vorgestellt – natürlich ohne Einschränkung, die eine oder andere Vision dereinst Realität werden zu lassen.





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