Der Herzens- und Heimatverein ist Fussballmeister. Ein zweiter Herzensverein wehrt sich vehement gegen den Abstieg. Und ein dialektisch holpriger Leitspruch lässt meine Laufschuhsohlen qualmen. Eine 24-stündige Reise durch die Gegensätze.
Was für ein Grottenkick: 0:0 gegen den Tabellenzweiten, die Young Boys aus Bern. Das reicht für den FC Basel am heutigen Sonntag-Nachmittag mit 11 Punkten Vorsprung drei Runden vor Schluss zum Titel. Dem sechsten in Folge. Warmer Applaus, mehr geht da irgendwie nicht. Freude: ja, Euphorie: nein. Ein Titel mit Ansage. «Gurkenliga», schiesst es mir durch den Kopf. Nicht primär eine Saison der Stärke, sondern – seien wir ehrlich – eine, in der es die restlichen Teams der Schweizer Super League (ein Schelm, wer Böses denkt …) nicht auf die Reihe kriegen. Jahr für Jahr für Jahr.
24 Stunden zuvor: Emotionen pur! Der VfB Stuttgart zelebriert den Abstiegskampf förmlich – so sehr, dass man an diesem zweitletzten Bundesliga-Spieltag sogar einen Moment fast glücklich darüber ist, dass das Team nicht irgendwo belanglos im Mittelfeld herumdümpelt. Vor dem Spiel ein Countdown, der sich gewaschen hat – der Stadionsprecher heizt die Masse an. Und dann die 90 Minuten: Kraft, Leidenschaft und Überzeugung. Begeisterung mit rotem Brustring, die ansteckt. 60’000 um mich und meine Frau herum. Die Stimmbänder leiden. Gänsehaut.
#mirschaffendas, heisst der Schwaben-Slogan in den sozialen Medien. Dialektisch falsch, wurde gleich zu Beginn kritisiert (hätte auch eher auf #mirschaffeddes getippt) – doch der Leitspruch trägt. Ein ganzes Stadion.

Genau so unmöglich, dass der VfB mit einem Sieg am letzten Spieltag in Paderborn den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen kann. Ist aber so. Wie auch die Tatsache, dass ich mich schon bald wieder mit einem strukturierten Trainingsaufbau beschäftigen kann. Marathon-Comeback 2015: #ychschaffdas!
Faszination Fussball: Die Reise durch die Gegensätze
Samstag, 17.25 Uhr, Stuttgart: Die VfB-Spieler starten nach dem 2:1-Sieg gegen den HSV vor der Cannstatterkurve ihre Ehrenrunde durch die Arena. Noch ist nichts erreicht: Vor dem letzten Spieltag ist der Verbleib in der 1. Bundesliga weiter gefährdet.
Sonntag, 15.58 Uhr, Basel: Einmarsch der Teams zum Spiel FCB gegen YB. Es folgt ein 90-minütiger Grottenkick, in dem die Berner irgendwie nicht so recht wollen und können – und die Basler nichts müssen. Logisches Resultat: 0:0. Mit dem Punktgewinn ist der FCB zum sechsten Mal in Serie Schweizer Meister.





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