Stolzer Flug durch die Churer Altstadt

«Ei! Ei! Ei!», sagt «Der Coach» mit einem leichten Hang zur Schnappatmung. Hält mir sein iPad unter die Nase und schiebt nach: «Siehst Du das?» Ich habe soeben am RUEDIRENNT-Sponsorenlauf in Chur während 20 Minuten auf 11 Runden knapp 4200 Meter zurückgelegt, hole kurz Luft und denke mir: «Natürlich! Zum ersten Mal seit Einführung des modernen Laufsports lief ich heute ohne tief ins Gesicht gezogenes Käppi.»

RUEDIRENNT-Sponsorenlauf Chur

Wenn jemand an diesem vergangenen Freitagabend kritikberechtigt ist, dann er – «Der Coach»! Nicht nur in ebenjener Funktion, sondern auch als Organisator des heutigen Anlasses (mit dem Churer Stadtpräsidenten Urs Marti als Ehrenstarter) für das Charity-Laufprojekt «Gemeinsam Grenzen verschieben», das im August seinen Höhepunkt finden wird.

Das Käppi also. Nein? Die Stellung seiner Augen verrät mir, dass er einen anderen Teil des Bildes auf seinem Tablet-Computer fixiert.

«Patsch» – in meinen beim Kauf Schamesröte provozierenden rotorangegrauen Flitzern bin ich scheinbar mindestens einmal voll auf dem Fersen gelandet. Fakt ist: Der Streit zwischen Fersen-, Mittelfuss- und Vorfussläufern kennt eigentlich keinen Sieger – kein richtig oder falsch. Formulieren wir es so: Ergonomisch lässt die hier festgehaltene Abrollbewegung auf einem kurzen, knackigen Sprint, wie es dieser Sponsorenlauf ist, zweifelsohne viel Luft nach oben.

RUEDIRENNT-Sponsorenlauf Chur

Als Erklärung gibt es für mich nur eins: Beim iPad wurde seit langem kein Software-Update mehr durchgeführt – entsprechend neigt die Foto-App dazu, verzerrte und somit irreführende Bilder aufzunehmen. Alles andere scheint zu diesem Zeitpunkt nicht plausibel, denn mit einem Schnitt von 4:47 Min./km habe ich soeben über 4500 Franken für Ärzte ohne Grenzen, für die Krebsligen Zürich und Graubünden sowie das Kinderheim Therapeion in Zizers eingelaufen. Und bin folglich mächtig stolz auf alle meine Sponsoren – herzlichen Dank!

Selbst den Unihockey-Nationalspieler Claudio Laely von Alligator Malans kann ich fordern: Nachdem er mich zum zweiten Mal (!) überrundet hat, nehme ich auf meinem Flug durch die Altstadtgassen der Bündner Hauptstadt sein Tempo auf und kann locker handvermessene fünf bis sechs … Meter mithalten. Danach lasse ich abreissen – natürlich nicht des Tempos wegen, vielmehr hält der Windschatten nicht das, was er versprach…

Alle Informationen zum Projekt «Gemeinsam Grenzen verschieben» sowie erste Details zu den neun Etappen vom 9. bis 17. August 2014 gibt es über diesen Link auf die Homepage von RUEDIRENNT.

RUEDIRENNT-Sponsorenlauf Chur 30.5.2014
Die rund 20 Sponsorenläuferinnen und -läufer in der Churer Altstadt. Ganz links: Stadtpräsident Urs Marti, der als Ehrenstarter amtete – dazu die beiden RUEDIRENNT-Projektläufer Reto Hunziker (2.v.l.) und Ruedi Frehner alias «Der Coach» (ganz rechts). / Foto: Thomas Hobi

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4 Antworten zu «Stolzer Flug durch die Churer Altstadt»

  1. […] 2013 wiederum treffe ich auf die beiden – zunächst auf Ruedi als Coach in den Toscatours-Laufferien in der Toscana, im Herbst auf Reto als Co-Coach bei den Arosa-Lauftagen. Und ihre Idee, vom 9. bis 17. August 2014 die Schweiz im Massstab 1:5 zu umrunden und dabei für gute Zwecke Geld zu sammeln, fasziniert mich auf Anhieb. Weil ich läuferisch weit davon entfernt bin, in neun aufeinanderfolgenden Tagen neun Marathons zu absolvieren, unterstütze ich RUEDIRENNT in der Folge in der Kommunikation, auf den Online-Kanälen – und als erfolgreicher Spendenläufer. […]

  2. […] Mit dem gemeinsamen Verschieben der Grenze im Projektitel ist aber nicht nur dieses massstabsgetreue Schrumpfen gemeint, es soll dieser Tage durchaus auch im übertragenen Sinn gelten: etwa was die sportlichen Leistungen anbelangt, aber insbesondere auch was das Engagement für wohltätige Zwecke angeht. Bereits im Vorfeld des diesjährigen Projekts wurde kräftig Geld gesammelt – unter anderem durch einen Sponsorenlauf in Chur. […]

  3. […] Die Churer Konkurrenz muss sich angesichts meines wissenschaftlich gesicherten Wissensvorsprungs folglich warm anziehen. Kommt motivierend hinzu, dass mich das Thema Tower Race schon seit Längerem fasziniert.Vor allem dann, wenn die mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Feuerwehrleute die Treppen hochrennen, zolle ich höchste Bewunderung und ziehe mein Laufkäppi. […]

  4. […] Die Churer Konkurrenz muss sich angesichts meines wissenschaftlich gesicherten Wissensvorsprungs folglich warm anziehen. Kommt motivierend hinzu, dass mich das Thema Tower Race schon seit Längerem fasziniert .Vor allem dann, wenn die mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Feuerwehrleute die Treppen hochrennen. Grösste Bewunderung – ich zehe mein Laufkäppi. […]

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